Verschwinde nicht im Energiefeld deines Hundes!

Wenn wir Probleme im Zusammenleben mit unserem Hund haben, neigen wir dazu, die Gedanken darum kreisen zu lassen. Wir beobachten unseren Hund und überlegen, was wir verändern müssen. Themen wie Kontrolle, Führung, Druck, Aufmerksamkeit,... kommen hier auf den Tisch und werden schnell durcheinandergebracht.

 

Führung bedeutet für mich, dass sich mein Hund an mir orientiert, weil ich cool bin. Ich bin präsent, lässig, weiß was ich möchte. Ich kann Herausforderungen meistern und handle, statt Gedankenkreise zu ziehen.

Mein Hund orientiert sich dann gern an mir, weil er sich an mein Energiefeld angenehm andocken kann.

Das ist ein Punkt, der mir sehr wichtig ist. Wenn du deinen Hund durch die Welt führen möchtest, verlangst du von ihm, sich deiner Energie anzuschließen.

Es lohnt sich, immer mal wieder reinzuspüren, wie deine Energie aktuell eigentlich ist.

Strahlst du etwas aus, in das sich dein Hund wohlig hineinfallen lassen kann?

Bitte versteh mich nicht falsch. Du sollst dich für deinen Hund niemals verstellen und dich selbst kontrollieren oder in ein vordefiniertes "energetisches Korsett" quetschen. Du sollst unbedingt ganz du sein!


Du weißt bestimmt, dass du als Person nicht immer die gleiche Energie hast.

Mir geht es in diesem Blogartikel um deine Grundenergie.

Deine ganz individuelle Grundenergie strahlst du aus, wenn du in deiner Mitte bist.

Ich bin zum Beispiel sehr schnell in meiner Mitte, wenn die Sonne scheint und ich mit meinen Hunden im Wald unterwegs bin.

Hast du auch so typische Situationen, die dich ganz bei dir selbst ankommen lassen?

 

Problematisches Verhalten unseres Hundes kann dazu führen, dass wir aus unserer inneren Mitte kippen und aus Unsicherheit oder Frust zu viel in das Energiefeld des Hundes geraten.

 

Was meine ich damit?

Stell dir vor, du gehst mit deinem Hund spazieren. Ich zeichne dir zwei verschiedene Szenarien:

 

Szenario A.

Du beobachtest genau, wie sich dein Hund verhält, um im richtigen Moment eingreifen zu können.

Du überlegst, ob sein aktuelles Verhalten okay ist oder ob du schon eine Grenze ziehen solltest.

Deine Brust fühlt sich eng an, dein Kopf ist im full-power-mode und du hast nicht das Gefühl, die Kontrolle über den Spaziergang zu haben.

Entspannt bist du bei einem solchen Spaziergang sicher nicht.
Vielleicht versuchst du jetzt ganz viel, deinen Hund zu lenken und zu beeinflussen. Du beobachtest ihn weiterhin genau und denkst über sein Verhalten nach, oder vielleicht auch darüber, wie ihr für Außenstehende gerade wirkt.

Dein Fokus liegt auf deinem Hund. Die Umgebung nimmst du gar nicht so genau wahr.

 

Szenario B.

Du fühlst dich in dir gut. Du traust dir zu, deinen Hund zu führen und machst das ganz nebenbei.

Wenn etwas nicht funktioniert, stresst dich das nicht weiter. Entweder, du handelst dann aus dem Bauch heraus anders und es klappt jetzt, weil du deine Kommunikation leicht variierst und flexibel auf deinen Hund reagierst.

Oder, du zuckst müde lächelnd mit den Schultern, gehst total d´ accord mit einem kleinen Kontrollverlust (dann gratuliere ich dir sowas von herzlich, denn Kontrollverlust ist für uns Menschen meistens der pure Horror) oder nimmst deinen Hund eben kürzer an die Leine.

Du nimmst die Umgebung wahr, genießt die Natur, bleibst auch öfter mal stehen weil DU es möchtest und atmest die angenehme Luft tief ein.

Dein Fokus ist bei dir. DU bist unterwegs und dein Hund begleitet dich, ihr beide genießt die Umgebung.

 

Ich wünsche mir für dich, dass du so oft wie möglich Szenario B erlebst.

Da möchte ich dich hinbringen. :)

Druck ist hier unnötig, dein Kopf rattert nicht.
Du agierst aus dem Bauch heraus und dein Hund fühlt sich super gut neben dir, denn deine Energie ist wohlig und klar.

 

Von einem Hund zu verlangen, sich an eine Energie von Druck, Kontrolle und Kopfführung anzuschließen, ist für ihn äußerst unangenehm.

Zumal er merkt, dass er unter Beobachtung steht.

Wenn du so mit deinem Hund unterwegs bist, hast du dein eigenes Energiefeld verlassen und versuchst dich in dem deines Hundes zu bewegen.

 

Du kannst dich immer wieder fragen, wo du gerade bist. Bist du bei dir oder bei deinem Hund?

Atmest du überhaupt? Nimmst du die Umgebung wahr? Spürst du die Füße auf dem Boden? Wie fühlst du dich überhaupt? 

Solange du in Kontakt mit deinen Emotionen bist, ist es für deinen Hund auch vollkommen egal, was du fühlst. Du kannst traurig sein, sentimental, glücklich, aufgedreht,... Hauptsache, du bist bei dir.

Dann bist du in der Lage, klar mit deinem Hund zu kommunizieren.

 

Hunde brauchen Führung, um sich fallen zu lassen.
Sie lieben es, nicht für alle Reize verantwortlich zu sein und nicht 100 Entscheidungen auf einem Spaziergang treffen zu müssen.

Wie genau deine Führung aussieht, ist total egal, hier kannst und sollst du 100% authentisch sein.

Du kannst mit Richtungspfiffen und Richtungszeigen arbeiten, du kannst Kommandos benutzen, du kannst deinen Hund körpersprachlich eingrenzen, du kannst Markerwörter verwenden und ihn mit Futter belohnen.

Du kannst viel kommunizieren oder wenig.

Alles total zweitrangig für deinen Hund!

Solange du dich gut fühlst und klar kommunizieren kannst, passt sich dein Hund gerne an.

Natürlich bedarf es einer gewissen Zeit, damit ihr gemeinsam im Flow seid und es bedarf für euch beide auch Übung. Ganz klar!

 

Glaub an dich und bewerte Misserfolge nicht über. Sie gehören immer zum Leben dazu.

Kein Leben ohne Misserfolg und vor allem auch kein Wachstum und Lernen ohne Misserfolg.

 

Eine souveräne Führung entsteht, wenn du aus deiner Mitte heraus kommunizierst. 
Das große Geschenk ist, dass dein Hund dich durch sein Bedürfnis, sich an dein klares und wunderschönes Energiefeld anzudocken, immer mehr in deine Mitte bringt.

Genieß es!

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