Hunde sind nicht dazu da, um manipuliert zu werden

Zur Zeit habe ich recht viel Kontakt zu Hundehaltern, die den Hund erst auf ein Objekt "scharf" machen, um ihn dann damit lenken zu können. 

Der Hund wird zum Junkie gemacht, damit er danach hirnlos seinem Stoff hinterherrennt. 

Weder ist das eine faire Art, Hunden zu begegnen, noch finde ich es irgendwie reizvoll. Wir haben es mit hochkomplexen, sozialen Lebewesen zu tun, deren Verhalten sich aus vielen Puzzlestücken zusammensetzt. 

 

Mich persönlich begeistert es, hinter die Kulisse zu schauen. In die Tiefe zu gehen. WARUM zeigt sich der Hund so, wie er sich zeigt? Welche Bedürfnisse hat er, gibt es Missverständnisse zwischen ihm und seinem Menschen, welche Nöte hat er, auf welchen Erfahrungen fußt sein Verhalten,... das liebe ich. 

Jeder Hund ist einzigartig und ein 1000 Teile Puzzle. 

 

In meinem Onlinekurs gebe ich zum Beispiel all mein Wissen zur körpersprachlichen Führung von Hunden weiter - nicht, weil ich es für den einzig richtigen Weg halte, sondern weil man dabei so schön lernt, echte Gespräche mit dem Hund zu führen. Ihn noch tiefer kennenzulernen. Dabei liebe ich den Austausch mit den Teilnehmern, weil ich eben NICHT dazu da bin, Menschen von etwas zu überzeugen, sondern ich möchte Räume bauen, mit denen sich jeder sein ganz eigenes Haus errichten kann. Ich freue mich, wenn mir Teilnehmer sagen "also in dem und dem Bereich fühle ich mich mit einer anderen Herangehensweise wohl" - ja super, dann ist das auch richtig! Hundetrainer sollten in meinen Augen keine Konzepte vermarkten, sondern Wegweiser vorstellen und die Menschen dann auf ihrem individuellen Weg begleiten. 

 

Man kann und sollte Hunden auf Augenhöhe begegnen und man sollte nie die Neugier verlieren, wer der Hund an seiner Seite ist. Ein Hund ist nicht irgendwann "fertig geformt" und dann ist er so, wie man ihn dressiert hat. Ein Hund ist ein Lebewesen, das sein Leben lang genau wie wir Erfahrungen sammelt und sich zeigen möchte.

Ich glaube, dass manche Menschen im Sumpf von Dressieren, Trainieren, Manipulieren, Bestechen,... irgendwann vergessen, warum sie eigentlich einen Hund haben wollten. Mal ehrlich, wer von euch hat nicht als Kind davon geträumt, einen hündischen FREUND zu haben... Und wie vielen passiert es dann leider, dass man sich diesen kindlichen Traum endlich erfüllt, aber den Fokus für das Miteinander verliert und noch Baustellen am Hund bearbeitet. 

 

Verliert nicht die Freude und die Leichtigkeit mit eurem Hund! ❤

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